Jungen Menschen Chancen geben

Fulminante Hängover-Premiere

Friseurbesuch mit Tiefgang

Hängover. Ein Musical zum Vergessen.

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„Einmal waschen, legen“ oder doch lieber eintauchen in die Probleme einer realen Welt in den Kulissen eines Friseursalons?

Angesichts der locker und fröhlich präsentierten Bühnenshow „Hängover“ ist man beinahe versucht, die hintergründige, subtile Botschaft des Stücks zu übersehen, zu verdrängen und doch ist sie ständig präsent. Ein Spiegelbild der Gesellschaft, ein Spiegel,  der den Zuschauern im „Hair-Cafe“ die vielen Facetten eines jugendlichen Alltags vor Augen hält: Liebe, Träume, Hoffnungen aber auch Gier, Machtbessenheit, Gewalt und exzessive Scheinwelten. Stimmgewaltig und mit überzeugender schauspielerischer Leistung bieten die acht jungen Schauspieltalente des Jugendland-Performing Art Center auf der Bühne im Innsbrucker Treibhaus einen abendfüllenden sehenswerten Musicalgenuss.

Von rockigen Klängen bis hin zur romantischen Ballade reicht das Repertoire des Ensembles. Schwungvolle Tanzeinlagen und Wortwitz geben dem Geschehen im „Hair-Cafe“ den richtigen Pepp. Das achtköpfige Schauspielteam leistet ganze Arbeit. Einzelne Akteure namentlich herauszuheben erscheint nicht fair und dennoch kommt man nicht ganz daran vorbei. Allen voran Elmin Smajlovic als Andreé, der seine Rolle als vorgeblich „schwuler Friseur“ und seine wahre Liebe zu der reizenden Lydia, gespielt von Maria Vogl-Fernheim, bravourös meistert. Das Duett der beiden „Verliebten“, ein wahrer Traum an Romantik.

Höchst anspruchsvoll die Rolle der Saloninhaberin Marie Clair Wendlin-Hirschuber, erstklassig besetzt mit Carina Kirchner.

Den bunten Mitarbeitermix im Hair-Cafe veranschaulichen Miriam Schmid und Christina Mercedes mit ihrem „slawischen“ Akzent und Christina Kerschner als „Tussi“ mit Wiener-Slang perfekt. Mara Handle und Teresa Pleger, als Praktikantin, machen das Team komplett.

Besonderen Applaus verdient bei dieser Inszenierung auch das Bühnenbild. Imaginäre Kundinnen vor imaginären Spiegeln, eingebettet in eine klassische Salonausstattung, in der auch so kleine Details wie ein Kaffeeautomat und die Garderobe nicht fehlen. Ein Meisterwerk der Inszenierung.

Vom mehrfachen Szenenapplaus bis zum nicht endenwollenden Beifall am Ende des Stücks, wusste das Publikum, im bis auf den letzten Platz gefüllten Theatersaal des Treibhauses, die gelungene Produktion zu würdigen.

Hinter den Kulissen zufriedene Gesichter der professionellen Crew, allen voran Autor und Regisseur James Lang, der auch für das ausdrucksstarke Bühnenbild verantwortlich zeichnet. Weiters Simon Kräutler, Komponist und Gesangscoach, Choreografin und Tanztrainerin Kathi Eder, Esther Frommann, die für die Ausstattung mit schicker Arbeitskleidung verantwortlich zeichnet, Lichtdesigner Beto de Christo, Manuela Konrader als Regieassistenz und nicht zuletzt Florian Schieferer, Produktionsleiter und Projektleiter im Jugendland-Performing Art Center. Seine Zufriedenheit, sein Stolz auf das ganze Produktionsteam und die Freude über den gelungen Premierenabend konnte er wahrlich nicht verbergen.

„Hängover. Ein Musical zum Vergessen“, so der Titel. Spätestens bei nächsten Friseurbesuch werden sich die Zuschauer daran erinnern. Versprochen!

Weitere Aufführungstermine
Jeweils 20.00 Uhr im Treibhaus Innsbruck am 24. Mai, 28. Mai, 29. Mai, 30. Mai, 31. Mai, 5. Juni und 7. Juni.


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